Fotoshooting für ÖDLAND IV Cover

17-06-20 Nessa Bein nach rechts böse 01

Louise Kappius als Nessa

Im Juni habe ich an der 3. Überarbeitung von ÖDLAND IV weitergearbeitet und Kapitel 49 (von 71) erreicht. Wir liegen damit weiter im Zeitplan. Außerdem konnte ich im Juni endlich das lang geplante Fotoshooting für das ÖDLAND IV Cover realisieren.

Nach Sichtung der Vorschläge von Berliner Kindercastingagenturen und einer Reihe von Vorgesprächen mit Kandidatinnen und ihren Müttern habe ich mich schließlich für Louise Kappius von der Agentur KINOKIND (Beate Kurecki) entschieden. Sie gehörte von Beginn an zu meiner engeren Auswahl. Testfotos konnten mich schließlich überzeugen.

17-06-22 Patinierdienst

Patinierdienst

Sie besitzt die Verletzlichkeit und die Wandlungsfähigkeit, die ich mir für die Figur Nessa gewünscht habe.

Nachdem die Rolle besetzt war, konnte ich mich um das Kostüm kümmern. Louise besaß eine Reihe ausrangierter Kleider. Wir entschieden uns für ein weißes Kleid, was im nächsten Schritt auf alt getrimmt werden musste.

17-06-22 Kostümprobe

Kostümprobe

Es sollte nicht zu dreckig und zerschlissen aussehen, denn Nessa achtet in der Geschichte auf ihre Sachen, wäscht das Kleid regelmäßig mit Pfützenwasser und repariert es mit Klebeband. Für schmutzige Kostüme gibt es in Berlin eine Spezialistin: Sabine Kubat vom PATINIERDIENST.

17-06-22 Kostüm mit Patina

Kleid mit Patina

Wer sein Kostüm in einem vorher genau definierten Grad professionell patinieren lassen möchte, der ist bei ihr an der richtigen Adresse. Von ihr stammt die Idee, dass die Kinder ihre Kleidung mit Klebeband reparieren, außerdem hat sie die Knöpfe ausgetauscht und große und kleine hinzugefügt.

Model und Kostüm waren organisiert, fehlte nur noch die Location. Dieser Punkt entpuppte sich als schwieriger, als zunächst gedacht. Ich hatte eine Reihe von Orten im Kopf, an denen ich bereits Shootings gemacht hatte. Unter anderem die verfallene Brauerei, in der die Fotos für das ÖDLAND I Cover entstanden sind. Das Problem: Für verfallene Gebäude gibt es in den meisten Fällen keinen Ansprechpartner. Niemand fühlt sich zuständig und im Zweifelsfall überwiegen Sicherheitsbedenken. Eine Genehmigung zu bekommen ist so gut wie aussichtslos.

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Rundlokschuppen, Blick von der Autobahn, Foto: J. Schallenberg

Die Suche in Friedrichshain blieb ergebnislos. Schließlich verabschiedete ich mich von der Idee des ranzigen Hinterhofs und dehnte meine Recherche auf ganz Berlin aus. Unter anderem sah ich mir das Kinderkrankenhaus Weißensee (Hansastr. Ecke Buschallee) an. Hier gab es die Durchblicke, nach denen ich suchte, doch der verfallene Komplex ist extrem marode und eher eine Halde, als eine Location.

Schließlich entschied ich mich für den alten Rundlokschuppen am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf. Seit ich in Berlin lebe, (immerhin bereits seit 15 Jahren,) denke ich, jedes Mal, wenn ich auf dem Autobahnzubringer Berlin in Richtung Norden verlasse, (oder von dort zurückkomme,) dass ich mir dieses geheimnisvolle, runde Gebäude endlich mal aus der Nähe ansehen will.

17-06-22 Außen 01

Zugewachsener Lokschuppen

Gedacht, getan. Fünfzehn Jahre später stand ich also vor dem alten DDR-Rundlokschuppen, der ein Drehkreuz zum Rangieren und Platz für zweihundert Lokomotiven hat. Mindestens. Das Ding ist gewaltig.

Ich hatte zunächst Bedenken, was den Zugang zur Halle angeht, doch das Tor steht offen und sämtliche Zäune, die den Schuppen mal umgeben hatten, waren entfernt worden. Man konnte problemlos mit dem Auto vorfahren.

Der Sonntag des Shootings nahte. Das Wetter war perfekt, wolkenlos und windstill. Nachdem Louise, ihre Mutter Judith und Sarah Huzel, die Maskenbildnerin, eingetroffen waren, habe ich das Equipment durch ein offenes Fenster in die Halle gewuchtet.

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Set mit 20 x 20 Butterfly, Foto: J. Schallenberg

Mit einem 20 x 20 Butterfly nahm ich dem Sonnenlicht die Härte. Ein Reflektor sorgte für Aufhellung und Augenlicht.

Sarah Huzel, die Maskenbildnerin, passte das Kind in Schmutzigkeit und Farbton an das präparierte Kleid an, während sich Louise selbstständig mit einem Eyeliner kryptische Tattoos auf die Finger malte.

Ich begann das Shooting mit einer Reihe von Details: Hände, Füße, kaputte Stellen am Kleid und ungewöhnlichen Perspektiven, die auf dem Cover nicht zu sehen sein werden, aber für die Arbeit des Coverdesigners Colin M. Winkler wichtig sind. Auf ihnen werden Texturen besser sichtbar, wie z.B. die des Kreidepulvers auf der Haut.

17-06-22 Louise in der Maske

Louise in der Maske

Im Anschluss machte ich Fotos in allen Körperhaltungen und Emotionen, die uns interessant erschienen. Von lauernd bis verlassen. Ich bin noch unentschlossen, was den Ausdruck angeht, der am Ende auf dem Cover von ÖDLAND IV zu sehen sein soll. Ein drohender Blick ist spannend, aber die dargestellte Figur soll nicht unsympathisch wirken. Es geht eher um Verlorenheit, das Gefühl der Schutzlosigkeit und die Gewissheit sich auf niemanden verlassen können. Die hinterhältigen Tricks verwilderter Kinder in der Stille der Nachwelt.

17-06-22 Maske Sarah Huzel

Maskenbildnerin Sarah Huzel

Hatten wir die Halle in den ersten Stunden noch für uns, begann am Nachmittag ein wahrer Ruinentourismus. Parallel zum Shooting beschallte uns eine Gruppe mit übersteuerter Musik, während eine andere eine Choreografie für ein Musikvideo probte. Ein dritter Personenkreis gab sich Nachhilfe in tantrischen Fesselkünsten. Das passte alles nicht so wirklich zusammen, war aber erstaunlich unproblematisch.

Im Vorfeld bereiteten mir diverse Dinge Sorgen: Wird das Tor der Location wirklich offen sein? Kommt die Maske auch pünktlich? (Langer Anfahrtsweg.) Ist das Kind gesund? (Am Tag vorher noch im Krankenhaus.) Etc. Im Nachhinein stellten sich meine Bedenken als unbegründet heraus. Alles klappte wie am Schnürchen und ich bin mit dem Ergebnis sehr glücklich. Ich möchte mich bei allen Beteiligten noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

17-06-22 Louise mit Stern

„Folge dem Stern!“ Foto: J. Schallenberg

Ich werde die Fotos in den kommenden Wochen an dieser Stelle posten. Als treueR ÖDLAND-LeserIn kannst Du uns wieder bei der Covergestaltung unterstützen und uns Deine Meinung zu den Fotos sagen.

Fotoshooting ÖDLAND IV Cover:

  • Agentur: KINOKIND Beate Kurecki
  • Patinierung Kostüm: PATINIERDIENST Sabine Kubat
  • Location Scout: Boris Kraschin
  • Maske: Sarah Huzel
  • Equipment: LFB Lichtforum Berlin
  • Location: Rundlokschuppen S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf
  • Set Fotos: Judith Schallenberg
  • Model: Luise Kappius
  • Produktion / Fotos: LUCID DREAMS Christoph Zachariae
17-06-22 Maschine

Maschine im Lokschuppen

ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt

Die zweite Überarbeitung von ÖDLAND IV wurde im Mai beendet. Mit der dritten habe ich begonnen und Kapitel 14 (Seite 92) erreicht. Damit liegen wir im Zeitplan.

Allmählich bekommt der Text den notwendigen Flow und die Kapitel beginnen sich zu einer organischen Masse zusammenzuziehen. Tote Worte besitzen plötzlich beunruhigendes Eigenleben. Bis Kapitel 11 gibt es eine kontinuierlich ansteigende Spannungskurve, die sich in einem emotionalen Moment entlädt. Der Schlüssel zu dieser Szene ist ein alter Bekannter, eine vergessene Requisite. Ich war mir immer sicher, dass ich sie irgendwann brauchen würde. Ursprünglich war sie für etwas ganz anderes geplant, doch an der eingesetzten Stelle funktioniert sie ausgezeichnet. Und wieder zeigt sich: Es gibt eine Zeit zum Säen und eine Zeit zum Ernten.

Ich habe den Mai außerdem genutzt, um mir über Berliner Kindercastingagenturen Mädchen für das ÖDLAND IV Cover anzusehen. Meine Auswahl konnte ich auf drei finale Kandidatinnen eingrenzen. Das letzte Mädchen sehe ich mir an diesem Wochenende an, und – wenn nichts dazwischen kommt – wird bereits ein Wochenende später das Shooting stattfinden. Das Beitragsbild zeigt ein Testfoto von Olivia in der Rolle der Nessa. Stell Dir vor, sie hätte Kreide in der Hand und säße in einem blauen Kreidestern.

Mit der Dramaturgin Karin Ostertag habe ich ebenfalls gesprochen. Sie ist bei ÖDLAND IV wieder mit an Bord, was mich sehr freut, denn niemand hat einen so guten und tiefen Einblick in Story und Figuren, wie sie und niemand weiß besser, wann man mir auf die Finger hauen muss.

Das Korrektorat für ÖDLAND IV werde ich neu ausschreiben. Es ist noch zu früh darüber zu sprechen, doch in Prinzip bin ich auf der Suche nach einer Korrektorin bzw. einem Korrektor. Angebote für 700 Seiten (800 Normseiten) werden ab sofort entgegengenommen. Falls jemand jemanden kennt, kann der Post gern weitergeleitet werden. Ich werde zu gegebener Zeit und an geeigneterer Stelle noch eine richtige Ausschreibung posten.

2. Fassung ÖDLAND IV (fast) beendet

Status ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt: Version 2 (fast) beendet. 

Ich habe Kapitel 62 (von 68) erreicht. Anfang Mai folgen die letzten sechs Kapitel der ersten Überarbeitung. Der Zeitplan für ÖDLAND IV sieht folgendermaßen aus:

  • Juni + Juli 2017: Version 03.
  • August 2017: Version 04.
  • September 2017: Testlesung + Lektorat.
  • Oktober 2017: Version 05.
  • Nov. 2017: Korrektorat.
  • Dezember 2017: Konvertierung E-Book + Satz Printfassung.
  • Ende Dez. 2017: Veröffentlichung ÖDLAND IV E-Book.
  • Januar 2018: Veröffentlichung ÖDLAND IV Printfassung.

Die Zeiträume für die Überarbeitungen sind der Länge des Buches geschuldet. Obwohl ich bereits über hundert Seiten streichen konnte, ist ÖDLAND IV immer noch knapp 700 Seiten lang. Richtig konsequent habe ich den Rotstift noch nicht angesetzt, dieser Arbeitsschritt folgt erst in der dritten Fassung. An verschiedenen Stellen werde ich dann entscheiden müssen, ob Kapitel „nur“ stimmungsvoll sein dürfen. Das sind dann genau die Urteile, die man eigentlich nie fällen wollte. Ich werde von Fall zu Fall abwägen. Auch ein Moment des „Durchatmens“ liest sich bisweilen gut, manchmal sogar besser als stringentere Kapitel.

Viele Kapitel haben bereits eine gute Dichte erreicht. Mich fasziniert immer wieder aufs Neue, dass die Stärken eines Textes erst zum Vorschein kommen, wenn man die richtigen Stellen weglässt. Obwohl der Text kürzer wurde, liest er sich plötzlich vollständiger und präziser. Was einen gerade noch kalt ließ, zieht einen plötzlich ins Geschehen.

Außerdem konnte ich in der Zwischenzeit erste Testfotos für das Cover von ÖDLAND IV machen. Die elfjährige Tochter einer Bekannten hat verschiedene Körperhaltungen und Blicke für mich ausprobiert. Das Kind auf dem Cover soll auf den ersten Blick wie ein Opfer aussehen, erst auf den zweiten Blick soll man erkennen, dass es ein Lockvogel ist. Coverartist Colin M. Winkler und ich bevorzugen deshalb den direkten Blick zum Betrachter. In den Schatten hinter dem Mädchen sollen sich nämlich weitere Kinder verstecken. Gäbe es keinen direkten Blick, könnte man auf die Idee kommen, dass die versteckten Kinder dem Mädchen im Vordergrund auflauern, aber es handelt sich natürlich um Mitstreiter. Der Betrachter ist in „Gefahr“, nicht das Mädchen.

Im Mai sehe ich mir weitere Kandidatinnen an und werde mich dann entscheiden, wer auf dem Cover von ÖDLAND IV zu sehen sein soll. Sobald die Entscheidung gefallen ist, werde ich an dieser Stelle natürlich Fotos vom Shooting posten.

Mit der Arbeit am Cover beginnt ÖDLAND IV, Wirklichkeit zu werden. Es wird ernst.

Wie Du evtl. gemerkt hast, habe ich den Rhythmus meiner Blogeinträge geändert. Ab sofort poste ich an dieser Stelle immer am Monatsende den aktuellen Status der ÖDLAND-Reihe.

ÖDLAND IV Viktoriastadt – Statusupdate

Status ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt: Kapitel 37 von geplanten 112 Kapiteln wurde erreicht. Nach drei Monaten können wir bereits auf 391 geschriebene Seiten und 33% der Arbeit zurückblicken. Wir haben den ersten Meilenstein erreicht: Ein Drittel ist geschafft.

Geschätzte Länge der ersten Fassung: 1183 Seiten. Die Kapitel sind im Schnitt erneut ein wenig länger geworden. Die Durchschnittslänge liegt jetzt bei 10,5 Seiten.

Ich habe festgestellt, dass ich im „Rausch“ der ersten Fassung nach einer Weile nicht mehr im Detail weiß, was ich da eigentlich geschrieben habe. Erinnerungen an Einzelheiten stellen sich bei mir interessanterweise erst während der Überarbeitungen ein. Um es gleich vorwegzunehmen: Stephen King kann sich an die Arbeit an einigen seiner Werke (u.a. Cujo, siehe „Das Leben und das Schreiben“) gar nicht mehr erinnern, in Worten: überhaupt gar nicht mehr. Ich möchte darauf hinweisen, dass die fehlende Erinnerung in meinem Fall andere Gründe hat. 😉

Vielleicht liegt es daran, dass ich in der ersten Fassung sehr intensiv auf einzelne Worte konzentriert bin, vielleicht auf einen Satz, im besten Fall auf einen Absatz, doch den Flow des Kapitels nehme ich noch nicht wahr.

Deshalb kann ich den eigenen Text (beim ersten Durchlesen und mit zeitlichem Abstand) fast so lesen kann, als stamme er von einem Fremden. Das kann toll sein und zu Euphorie führen, es kann aber auch grausame Depressionen hervorrufen. Die Leiden des jungen Autors. 😉

Mega hat auf ihrer Reise eine entscheidende Hürde gemeistert und dringt nun in den Bauch des Wals vor: VIKTORIASTADT. Der zweite Akt hat begonnen. Sie erreicht vermeintlich ruhigere Gewässer, doch überall brodelt es. Und auch im Verdauungstrakt des gewaltigen Säugetiers gibt es gefährliche, säurehaltige Untiefen.

Ich hoffe, dass Du liebe/r LeserIn, das Lesen irgendwann so spannend findest, wie ich zurzeit das Schreiben.

Schreibstatistik ÖDLAND IV im Überblick:

  • März / April: 117 Seiten, 15 Kapitel, Prognose 1. Fass.: 858 Seiten.
  • April / Mai: 148 Seiten, 13 Kapitel, Prognose 1. Fass.: 1060 Seiten.
  • Mai / Juni: 126 Seiten, 9 Kapitel, Prognose 1. Fass.: 1183 Seiten.

Links zu den Büchern der ÖDLAND-Reihe: