Aus dem ÖDLAND in die TRAUMWELT

Wenn alles gut geht, kann das ÖDLAND V Taschenbuch Ende Juni / Anfang Juli 2019 veröffentlicht werden. Colin und Theresa Winkler arbeiten erneut gemeinsam am Layout und an der Gestaltung der Printfassung. Satz und Kapitelüberschriften wurden bereits fertiggestellt. Es fehlt nur noch das aufwendige Inhaltsverzeichnis, das wieder wie ein „verrauschter Funkspruch“ aussehen und sich über zwei Seiten erstrecken soll. Ich halte Dich auf dem Laufenden und poste an dieser Stelle einen Beitrag, sobald das Taschenbuch des fünften Buches erschienen ist.

Cockerell, C.R.; A synopsis of the principal architectural monuments of ancient and modern times, drawn to the same scale ...; The Famous Buildings of the World; The Professor's Dream

Inspiration zu TRAUMWELT: Cockerell, C.R.; The Professor’s Dream; 1848; (c) Royal Academy of Arts

Was kommt nach ÖDLAND? Mit dieser Frage habe ich mich in den letzten Wochen intensiv beschäftigt und die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. An Ideen mangelt es nicht, aber welche ist die Richtige? Welche Liebe ist stark genug, um jahrelange Arbeit zu überstehen? Welche Story ist spannend genug, um den eigenen Ansprüchen und denen der ÖDLAND-LeserInnen gerecht zu werden? Klar war, dass es weder dasselbe Genre (Endzeit) noch ähnliche Figuren werden sollten. Nur einer weiblichen Hauptfigur werde ich treu bleiben.

In Sonjas Interview habe ich bereits verraten, dass ich an einem alten Drehbuch weiterarbeiten werde. Mit dem gewagten Spagat könnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, oder mir den Hals brechen … Ein Risiko, aber die Idee gefällt mir so gut, dass ich die „Zweigleisigkeit“ ausprobieren möchte.

Das Drehbuch wurde bereits entschlackt (von 180 auf 90 Seiten gekürzt), mehrfach überarbeitet und funktioniert inzwischen sowohl als Drehbuch, als auch als Storyline, an der ich mich beim Schreiben des Romans orientieren kann. So habe ich die Möglichkeit ein Drehbuch bei einer Filmproduktionsfirma einzureichen und (im Idealfall) parallel am Roman und an der Entwicklung eines Spielfilms zu arbeiten.

TRAUMWELT

Die fantastische Reise der sechzehnjährigen Isabella, in die Welt ihrer Träume.

Isabellas Vater, der renommierte Traumforscher Dr. Jakob Lem, hat im Schlaflabor an der Berliner Charité eine Methode entwickelt, mit der er in die Träume von Komapatienten eindringen und sie wecken kann.

Unmittelbar vor dem Schritt an die Öffentlichkeit wird Isas Vater im Spanienurlaub von einem Lkw erfasst und fällt selbst ins Koma.

Obwohl sie die Methode nicht beherrscht, ist Isa fest davon überzeugt, dass sie den Komatraum ihres Vaters finden und ihren Vater „wecken“ kann. Sie folgt den Anweisungen seines Notizbuches und entdeckt einen „festen“ Traum, eine „Brücke“ zwischen den Träumen der Menschen.

Das endlose Labyrinth aus verfallenen Tempeln, Klöstern und Kathedralen, wird von tosenden Sandstürmen beherrscht und von gewaltigen Kreaturen bewacht, die jeden Träumer angreifen.

Isas Mutter Maude ertränkt ihre Trauer in Alkohol und macht Isa Vorwürfe. Isa ignoriere den „Tod“ ihres Vaters und mache damit alles nur noch schlimmer.

Unterstützung erhält Isa von Roberto Carmina, dem wissenschaftlichen Assistenten ihres Vaters. Isa zieht zu ihm ins Schlaflabor und unternimmt Traumexpeditionen in die versunkene Stadt.

Sie wagt sich zu weit vor, wird von Wächterkreaturen angegriffen und erhält Hilfe von unerwarteter Seite. Versierte Träumer nutzen den ewigen Traum als Exil und verstecken sich in einer unterirdischen Bibliothek.

Mit Howard dem Exilanten im ewigen Traum und Roberto dem Laborassistenten in der Realität stellt sich Isa der gefährlichen Aufgabe, ihren Vater zu finden und ihn aus dem Koma zu wecken.

Isas Suche bleibt nicht unbemerkt. In den Tiefen des ewigen Traums erwacht tatsächlich etwas …

TRAUMWELT ist ein Genre-Mix. Die Geschichte spielt in der Gegenwart und hat sowohl Fantasy- (Traumwelt) als auch Science-Fiction-Elemente (Schlaflabor). Die Hauptfigur Isabella Lem leidet an einer milden Form des Asperger-Syndroms. In der Realität hat sie Schwierigkeiten, im Traum blüht sie auf.

Mit dieser Geschichte werde ich mich in nächster Zeit beschäftigen. Ich hoffe, sie gefällt Dir und Du bist genauso gespannt wie ich.

Nicht vergessen: Das von der Buchbloggerin Sonja Mues initiierte ÖDLAND-Gewinnspiel läuft noch bis zum 21.06.2019. Beantworte die Gewinnfrage und nimm an der Verlosung teil! 3x ein signiertes ÖDLAND I Taschenbuch und eine signierte ÖDLAND-Postkarte. Viel Glück!

Außerdem eine Vorankündigung: Das ÖDLAND III E-Book ist am Samstag, den 15.06.2019 Kindle Deal des Tages. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ÖDLAND III zuzulegen, sollte dies am 15.06.2019 tun. Mach Dir ein Kreuz ins Smartphone!

Ich wünsche Dir weiterhin spannende Unterhaltung im ÖDLAND.

 

 

Gesehen: Take Shelter

Take Shelter 

Buch & Regie: Jeff Nichols, Cast: Michael Shannon, Jessica Castain, Shea Whigham


Ein ruhiger Film, der in seiner Langsamkeit eine unwiderstehliche Sogwirkung entfaltet. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm ist in jeder Einstellung spürbar. Aufziehendes Unheil scheint sich genau wie das Regenwasser langsam zu rostbraunem Brei zu verdicken und die Bewegungen der Haupfigur zu behindern, bis die Schreckensvision des tödlichen Sturms sie vollkommen gefangen hält. Es geht nur noch nach unten, in den Sturmschutzbunker, der letzten Zuflucht in einer auf den Fugen geratenen Welt und selbst dort kann die gestrandete Familie nur mit Gasmasken überleben.

Curtis (Michael Shannon), dem schweigsamen Antihelden möchte man gern glauben, dass er seine stumme Tochter Hannah (Tova Steward) liebt und sich nach der Nähe seiner zerbrechlichen Frau (Jessica Castain) sehnt, doch er bewegt sich zögernd durch sein Haus, scheint es jedes Mal neu erkunden zu müssen, wie ein Fremdkörper, als wäre er gerade aus einem Alptraum erwacht und könnte nicht mehr in der Realität zurückfinden.

Und tatsächlich sind es Curtis Alptäume, die das Unheil gebähren, es real werden lassen und ihn seiner Familie entfremden. Angefangen mit seinem Hund, der ihn im Traum angreift, den er daraufhin aus dem Haus verbannt und schließlich sogar verschenkt, bis hin zu seiner Frau, die im Traum zu einem fremden Wesen wird, zu einer seltsamen Kreatur, die er nicht mehr versteht, vor der er fortan Angst hat.

Curtis versucht sich helfen zu lassen, doch den Spezialisten kann er sich nicht leisten und der  staatliche Notdienst wechselt ständig und interessiert sich nicht für seine Probleme. Die letzte Hoffnung zerplatzt, als Curtis seinen Job verliert und er sich mit seinem Freund und Arbeitskollegen Dewart (Shea Whigham) überwirft.

Keine Hoffnung, kein Entkommen. Aus Liebe folgt Ehefrau Samatha ihrem Mann in den Wahnsinn, klettert in den Sturmschutzbunker hinab, folgt beflissen seinen Anweisungen und setzt sich und ihrer stummen Tochter die Gasmasken auf.

Take Shelter ist gleichsam intellektueller Überbau und Kommentar zur Endzeit- und Dystopiewelle. Wurde ihr bereits vor Jahren das Ende prophezeit, erfreut sie sich noch immer wachsender Beliebtheit. Das hat vorallem damit zu tun, dass die uramerikanische Angst vor dem Wegfall der Zuversicht, vor dem Verschwinden des Pioniergeistes, eine sehr reale, vielschichtige Bedrohung spiegelt, die sich, wie ein unlöschbarer Schwelbrand schleichend zur Oberfläche durchfrisst.

Auf das, was jahrzehntelang gut war und Orientierung gab, Kredite aufnehmen, unbeschwert über die Verhältnisse leben, ist plötzlich kein Verlass mehr. Doch die Erkenntnis dringt nur langsam in die Köpfe ein. Die unangenehme Wahrheit, dass man sich möglichweise in Zukunft wird einschränken müssen, dass das Credo vom endlosen Wachstum eine Lüge sein könnte, ist so fundamental und so verstörend vorallem für Amerikaner, die sich zu 100% auf diese Wahrheit verlassen haben, dass es noch lange dauern wird, bis sie den Menschen keine Angst mehr machen wird.

Take Shelter ist ein hervorragender Film. Nicht jedermanns Sache, da es keine Action gibt und man sich auf den Film einlassen muss. Ich schrecke nur deshalb davor zurück ihn ein Meisterwerk zu nennen, weil ich hoffe, dass wir von Jeff Nichols noch viele gute Filme sehen werden.