Zwielicht und neblige Nacht

Der Coverdesigner Colin M. Winkler hat mir neue Entwürfe mit neuen Lichtstimmungen für das ÖDLAND IV Cover geschickt. Zur besseren Übersicht habe ich die vier Versionen mal nebeneinandergelegt.

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Nacht

In der Nachtversion erscheint mir die Nacht zu dominant. Die Endzeitstimmung wird überlagert von der Nachtatmosphäre. Im Prinzip nicht weiter tragisch, doch die dominante Nacht könnte falsche Erwartungen wecken. Schließlich geht es in ÖDLAND IV nicht um nachtaktive Kreaturen, wie Werwölfe o.ä.

Die neblige Nacht ist in dieser

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Neblige Nacht

Hinsicht besser, weil die Nacht und der Mondschein nicht mehr so stark in Vordergrund stehen. Das Bild ist wunderbar düster und stimmungsvoll, aber auch kontrastarm und damit als amazon-Thumbnail vermutlich nicht mehr zu gebrauchen.

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Tag

Die Tagvariante ist für das Ödland zu hell. So hoch am Himmel ist die Sonne im Ödland so gut wie nie zu sehen. Kurz nach Sonnenaufgang verschwindet sie meistens sofort wieder hinter den Wolken. Die Tagvariante stimmt hoffnungsvoll, aber so schön ist das ÖDLAND nun mal nicht.

Für das Zwielicht hat der Cover-Designer einen

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Zwielicht

Wanddurchbruch, oder ein zerschlagenes Fenster auf der linken Seite angenommen. Das Licht der Morgensonne fällt wie ein Spot auf das Gesicht des Mädchens. Eine interessante Variante. Für meinen Geschmack fehlt etwas  Dramatik, aber die kann man evtl. noch verstärken.

Wie gefallen Dir die neuen Entwürfe?

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ÖDLAND IV Cover: Tag oder Nacht?

Wie im letzten Blogeintrag angedeutet kamen der Coverdesigner Colin M. Winkler und ich während einer Besprechung auf die Idee, die „Sonne“ im Hintergrund des Entwurfs für das ÖDLAND IV Cover in einen Vollmond zu verwandeln. Dann fände die abgebildete Szene, die Begegnung mit dem geheimnisvollen Mädchen, nicht tagsüber, sondern nachts statt. Warum nicht? Gesagt getan. Hier nun die sichtbaren Ergebnisse, die Praxis quasi zur Theorie unserer Überlegungen:

An Colins Skizzen kann man wunderbar erkennen, wie sich Farbpalette und Helligkeiten unterscheiden. Die Nacht wirkt grundsätzlich bedrohlicher und düsterer (wenig überraschend), aber auch „enger“, die „Bühne“ scheint kleiner geworden zu sein. Details des Gesichtes und der Ruinen sind in der Tagszene besser zu erkennen (ebenfalls wenig überraschend), aber der Kontrast der Silhouette setzt sich in der Nacht fast genauso stark ab. Mit anderen Worten: Man könnte die Nachtszene nicht weniger gut erkennen, weil sie dunkler wäre. Interessant finde ich auch, wie sich die Sichtweite ändern würde. Während es tagsüber bedeckt und dunstig ist, ist die Nacht klar und man kann weit in die Ruinen hineinblicken. Der Fokus verschiebt sich in der Nacht ein Stück weit auf den Hintergrund, was die Figur im Vordergrund abschwächt und die Bedeutung des Turms hervorhebt. Bleibt die Frage, ob man das möchte. Die Sichtweite zu reduzieren und den Hintergrund z. B. durch Staub undeutlicher zu machen, wäre jederzeit möglich.

Ich mag beide Möglichkeiten. Was denkst Du? Tag oder Nacht? Was ist stimmungsvoller, was wirkt geheimnisvoller?

Entwurf Tag

ÖDLAND IV Coverskizze – Tag

Entwurf Nacht

ÖDLAND IV Coverskizze – Nacht

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ÖDLAND IV Coverskizze Nacht / Ausschnitt

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ÖDLAND IV Coverskizze Tag / Ausschnitt

ÖDLAND IV: Letzte Korrekturen, erste Skizzen.

Gute Nachrichten: Ich habe die Treffen mit der Testleserin Milka Soliman und der Lektorin Karin Ostertag überlebt. Sie hatten einiges zu beanstanden, aber auch viele gute Ideen und keine grundlegenden Bedenken, was die Struktur der Erzählung betrifft. Ich muss also nicht noch mal ganz von vorn anfangen. Das waren sehr gute Nachrichten. Trotz wachsender Erfahrung bin ich an diesem Punkt der Arbeit nach wie vor sehr nervös. Man rechnet irgendwie doch immer damit, dass einem der Text mit Anlauf um die Ohren gehauen wird. Mit großer Erleichterung kann ich deshalb mitteilen, das ÖDLAND IV die kritischen Prüfungen überstanden hat.

Wie geplant habe ich mit der letzten Überarbeitung begonnen und werde sie voraussichtlich Ende Oktober beenden. (Band IV hat z. Zt. 600 Seiten.) Im Anschluss stehen das große Korrektorat, die Konvertierung ins eBook-Format und die Gestaltung des Taschenbuches an. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass das eBook wie geplant Ende 2017 erscheinen kann. Satz und Layout des Taschenbuches dauern erfahrungsgemäß etwas länger.

Colin M. Winkler hat mir außerdem die ersten Skizzen für das Cover von ÖDLAND IV zugeschickt. Er hat Schauplätze ausprobiert an denen die Szene spielen könnte. Von einem abgeschiedenen Keller, über eine dunkle Gasse, bis zur Aussichtsplattform im obersten Stockwerk eines verfallenen Hauses, ist alles dabei.

Entwurf 1a+b) (oben links): Ein abgeschiedener Keller. Vielleicht die klaustrophobischste Umgebung. Man fragt sich, warum Mega (die Betrachterin, bzw. der Betrachter, der Megas Perspektive einnimmt) sich an diesen Ort hat locken lassen. Das Motiv endet in einem dunklen Türsturz, hat damit keinen Durchblick und damit wenig Tiefe, was zur beklemmenden Atmosphäre beiträgt, aber die Ruinen der alten Hauptstadt, einen der Hauptdarsteller des vierten Buches, dem Leser vorenthält. Der zerstörte Funkturm, als eindeutiger Hinweis wo VIKTORIASTADT spielt, fehlt ebenfalls in den Skizzen.

Entwurf 5a+b) (oben rechts): Ein ähnlicher Keller mit Wanddurchbruch oder eine Wohnung mit eingebrochener Wand. Es wird deutlich, warum das Mädchen an dieser Stelle sitzt und warum Mega ihm zu diesem Ort gefolgt ist. Megas Weg ist definiert: Sie bewegt sich grundsätzlich Richtung Sonne. (Wobei die Sonne in diesem Bild zu hoch steht. Im ÖDLAND ist sie immer nur morgens oder abends kurz zu sehen. Es könnte sich um den Vollmond handeln. Tatsächlich gefiel uns die Idee so gut, dass wir sie ausprobieren wollen.) Das Mädchen sitzt „im Weg“ ist aber nicht eindeutig als Falle zu erkennen, weil der Schutthaufen Megas Weg blockiert.

Entwurf 3a+b) (mitte): Ein Hinterhof. Der Weg ist klar definiert und frei. Das Mädchen sitzt im Weg, blockiert ihn aber nicht und ist damit ein Hindernis, das in Kauf genommen werden kann, die perfekte Falle. Die schmale, hohe Gasse bietet Möglichkeiten für interessantes Gegenlicht und Kontraste, außerdem deutet der entstehende Lichtkeil wie ein Pfeil auf die Figur im Zentrum und bildet eine wiedererkennbare Form. Die dunklen Flächen links und rechts bieten Raum, um „unsichtbare“ Unterstützer zu verstecken. Darüber hinaus unterscheiden sich die Vertikalen (der Gassenwände und des Turms) deutlich von den bisherigen Covern auf denen Horizontalen dominieren und deuten neue, „vertikale“ Herausforderungen an.

Entwurf 4a+b) (unten links): Eine Szene auf offener Straße. Im Vergleich zu den Entwürfen 3a+b ist der Weg hier nicht eindeutig zu erkennen. Es ist genug Platz neben dem Kind. Mega könnte es problemlos umgehen. Unterstützer wären weit entfernt und nicht zwingend als Unterstützer zu erkennen. Die Situation ähnelt den Entwürfen 3a+b wäre etwas düsterer, aber nicht zwingend als Falle zu erkennen. Das Licht ist nicht so kontrastreich und damit weniger dramatisch.

Entwurf 2a+b) (unten rechts): Das Mädchen hockt im Ausguck eines zerstörten Hauses. Das Panorama der zerstörten Stadt wäre in diesen Skizzen am besten zu erkennen. Es stellt sich allerdings wieder die Frage, warum das Mädchen an dieser Stelle sitzt und warum Mega ihm zu dieser Stelle gefolgt ist. Für eine Falle ist der Ort zu offen, zu gut einsehbar. Es gibt keinen Durchgang und damit keinen Grund die Stelle zu passieren. Es handelt sich nicht um einen Engpass, sondern um eine Sackgasse. Außerdem haben die Unterstützer des Mädchens kaum Möglichkeiten sich in den Schatten zu verstecken.

Welche Skizze gefällt Dir? Was fehlt? Was würdest Du ändern?

Fotoshooting für ÖDLAND IV Cover – Die Bilder

Im Juli konnte ich die dritte Überarbeitung des vierten ÖDLAND Bandes beenden. Die Textlänge liegt jetzt bei 647 Seiten (745 Normseiten). Damit habe ich im Vergleich zur zweiten Fassung „nur“ etwa 50 Seiten gestrichen, was für meine Verhältnisse nicht besonders viel ist. In Wahrheit ist der Schere (bzw. der Backspacetaste) deutlich mehr zum Opfer gefallen, vermutlich weit über 150 Seiten, an anderen Stellen habe ich nämlich kräftig Ergänzungen hinzugefügt. Am Ende hielten sich Textgewinn und -verlust etwa die Waage.

Den August 2017 werde ich – wie geplant – für die 4. Fassung verwenden, danach geht ÖDLAND IV Viktoriastadt in die Testlesungen und ins Lektorat.

Wenn Du Lust hast, kannst Du den Verlag LUCID DREAMS, den Autor Christoph Zachariae und den Coverdesigner Colin M. Winkler aktiv bei der Entwicklung des neuen Covers unterstützen, indem Du das von Dir favorisierte Vorlagefotos auswählst und auf der Facebook-Seite des Verlages einen Kommentar oder ein Like hinterlässt.

Das Cover von ÖDLAND IV wird Nessa zeigen, die Anführerin einer Straßenkinderbande, die sich in den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt durchschlägt. Die Kinder setzen sich gegen streunende Hunde und bewaffnete Söldner zur Wehr, indem sie Fallen bauen. Das Cover zeigt Nessa als Köder. Sie tut harmlos und beschäftigt und lockt den Betrachter in eine hinterhältige Falle.

Welches Vorlagefoto gefällt Dir am besten? Welche Körperhaltung soll Nessa auf dem ÖDLAND IV Cover einnehmen? Welche Ausstrahlung soll sie haben? Wir freuen uns über Deine Wahl.

01 1540 Nessa Füße nach rechts misstrauisch

01) Füße nach rechts misstrauisch

02 1541 Nessa Füße nach rechts verträumt

02) Füße nach rechts verträumt

03 1576 Nessa Füße nach rechts traurig

03) Füße nach rechts traurig

04 1578 Nessa Füße nach rechts offener Blick

04) Füße nach rechts offener Blick

06 1551 Nessa Hocke aufmerksam

05) Hocke aufmerksam

08 1569 Nessa Hocke lauernd

06) Hocke lauernd

09 1570 Nessa Hocke Sprinterin

07) Hocke Sprinterin

10 1554 Nessa auf Knien verträumt

08) auf Knien verträumt

11 1556 Nessa auf Kien misstrauisch

09) auf Knien misstrauisch

12 1561 Nessa auf Knien wartend

10) auf Knien abwartend

13 1563 Nessa Schneidersitz aufmerksam

11) Schneidersitz aufmerksam

12) Schneidersitz böse

15 1572 Nessa Rücken Blick links

13) Rücken Blick links

Veröffentlichung ÖDLAND Zweites Taschenbuch

Ab sofort auch als Taschenbuch erhältlich: ‚ÖDLAND Zweites Buch Das Versteck im Moor.

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LUCID DREAMS werden wahr. Es ist uns eine besondere Freude die Veröffentlichung der Printausgabe des Zweiten Buches der ÖDLAND-Reihe mitteilen zu können. Wie schon der erste Band wurde auch der zweite mit genauem Gespür für die spannungsgeladene Zerrissenheit der Neuen Welt von Theresa Winkler gestaltet: MOMMONO. (Illustrationen: Colin M. Winkler, ebenfalls MOMMONO.)

Gut erkennen kann man die exakte Arbeit der Designer an der passenden Rückenillustration, die ein weiteres Stück von Megas Portrait freigibt. Es war dieses Ereignis, dem ich besonders entgegengefiebert habe: Die beiden Bücher nebeneinander zu stellen und eine verrückte Idee Realität werden zu lassen. Und, was soll ich sagen: Die Puzzleteile passen perfekt und die Bücher machen sich super im Regal. Und das Beste ist: Der Effekt wird mit jedem Buch besser 🙂

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„Kleine“ Logikfehler des E-Books wurden in der Printfassung korrigiert. So geht die Sonne vor Megas zweiter Prüfung jetzt nicht mehr im Westen auf und Mark erscheint nicht mehr unvermittelt in Megas Duell gegen Jan. Außer sanften Straffungen, um den Flow der dynamischen Passagen zu verstärken, gibt es nur eine größere Änderung: Ein neues Kapitel.

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Es handelt sich jedoch nicht um neuen Inhalt, sondern nur um eine geänderte Unterteilung. Mein Gefühl, das Kapitel „Ein Umweg“ fände kein richtiges Ende, verstärkte sich beim erneuten Lesen, weshalb ich mich dafür entschied nach Nathans verstecktem Brief eine Zäsur einzufügen. Das Kapitel „Die Flut oder etwas anderes“ ist also nur das nach hinten gerückte Ende des Kapitels „Ein Umweg“.

Theresa, Colin und ich wünschen allen ÖDLAND-Leserinnen und Lesern weiterhin spannende Unterhaltung und dunkle Romantik in der Stille der Endzeit. Bleibt uns gewogen, klickt auf LIKE oder FOLGEN und erfahrt als Erste, wann die Taschenbuchausgabe des dritten Bandes erscheint. (Geplant: Dezember 2015.)Inhaltsverzeichnis

Interview mit Coverdesigner Colin M. Winkler

Der Coverdesigner der ÖDLAND-Reihe Colin M. Winkler von mommono.de, stellte sich mir zum Interview.

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Ich fand es an der Zeit, den Mann hinter den Bildern kennenzulernen. Immerhin entscheidet man sich für oder gegen ein Buch, dessen Inhalt man nicht kennt, zum größten Teil aufgrund des Covers, bzw. heutzutage aufgrund des Thumbnails im Online-Shop. Das mögen viele bestreiten und behaupten für sie habe selbstredend nur der Text Relevanz, doch die Tendenz zu Ja oder Nein entsteht im Unterbewusstsein. Kurze Klappentexte werden rational verarbeitet, Bilder emotional. Die Arbeit des Designers ist also noch wichtiger als wir ohnehin schon immer angenommen hatten, deshalb jetzt das Interview mit dem Schöpfer der ÖDLAND-Cover Colin M. Winkler:

(Col = Colin M. Winkler, Zac = Christoph Zachariae)

Zac: Hallo Colin. Vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.

Col: Ich danke Dir, und ich freue mich darauf.

Zac: In Deiner Biografie kann man lesen, dass Du aus einer Familie von Malern und Bildhauern stammst. D.h. nicht nur Deine Eltern waren Künstler, sondern auch Deine Großeltern? Geht die künstlerische Ader noch weiter zurück?

Col: Wie weit meine „Künstlerlinie“ zurückgeht kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber mein Urgroßvater war zur Jahrhundertwende (Anm. d. Int.: 19. auf 20. Jhd.) Hirte von Beruf und schnitzte nebenher kleine Holzfiguren. Mein Großvater ging zur Akademie für Bildende Künste und arbeitete bis ins hohe Alter als Bildhauer. Auch meine Mutter ist Bildhauerin und Malerin. Bei uns wird dieses Talent scheinbar immer an den Erstgeborenen oder die Erstgeborene weitergegeben und so fiel die Liebe zur Kunst mir zu. Meine Familie unterstützt mich seit meiner Kindheit und ließ mir jede Förderung zukommen, die sie sich leisten konnte.

Zac: Wie ist es in der bayrischen Provinz in einer Künstlerfamilie aufzuwachsen? Ich könnte mir vorstellen, dass das nicht immer einfach war. Hat sich Dein Leben von dem anderer Kinder unterschieden?

Col: Ich denke, es gab nur unerhebliche Unterschiede zur Kindheit anderer. In einem bayerischen Dorf aufzuwachsen ist nicht das Schlechteste, auch wenn ich nie dem Klischee eines „richtigen“ Bayern entsprochen habe.

Als kleiner Junge war ich introvertiert. Aber ich hatte zum Glück immer Freunde an meiner Seite und so war ich nie allein. Meine Begabung und meine überausgeprägte Fantasie machten schon einen kleinen Sonderling aus mir, halfen mir aber oftmals auch das Eis zu brechen.

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Zac: Du hast eine Lehre als Kirchenmaler absolviert. Ich habe sofort gefährlich hohe Gerüste und einen sehr stillen Arbeitsplatz vor Augen. Ist die Arbeit des Kirchenmalers gefährlich und still?

Col: Auch wenn sich die Arbeit als Kirchenmaler oft anders gestaltet, als die meisten sie sich vorstellen, so waren doch Stille und große Höhen meine ständigen Begleiter. Egal ob man über Wochen hinweg Putz von der Wand hackt oder millimeterweise ein altes Gemälde freilegt, in den meisten Fällen war eine 7° kalte und ganztags finstere Kirche der Schauplatz. Was die Höhe angeht, so war mir schon vor Ausbildungsbeginn bewusst, dass sie für mich die größte Herausforderung darstellen würde. Ich hab zwar grundsätzlich kein Problem mit Höhe, aber panische Angst davor, sie fallend zu überbrücken. Es war nicht immer einfach, aber ich bin recht ehrgeizig und die Angst zu besiegen spornte mich zusätzlich an. Ich lasse mir nur ungern sagen, dass ich etwas nicht kann, erst recht nicht von meinen Ängsten.

Zac: Eine Lehre als Kirchenmaler setzt eine Beschäftigung mit klassischer Malerei voraus. Welche Maler hast Du studiert? Hast Du Vorbilder?

Col: Mein Interesse an Kunstgeschichte war das Hauptmotiv für meine Berufswahl. Wenn Du mich aber nach Vorbildern fragst, fällt es mir schwer unter tausend großartigen Künstlern eine Person hervorzuheben. Viele von ihnen haben mich inspiriert, waren indirekt meine Lehrmeister und halfen mir meinen Weg zu finden. Der bekannte Michelangelo Buonarroti zum Beispiel zeigte mir, dass man auch ein Sturkopf sein kann und sich nicht für jeden verbiegen muss. Leonardo brachte mir bei, dass wahre Kunst oft mehr mit Studieren zu tun hat, als mit „inspiriert“ Tuben auf eine Leinwand auszuquetschen.

Zac: Hilft Dir die Beschäftigung mit klassischer Kunst bei der Arbeit als Illustrator und Designer?

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Col: Meine Studien klassischer Ornamente helfen mir moderne Gestaltungen zu entwerfen, denn die Grundlagen sind weitgehend dieselben. Es gibt viele Konzepte, wie der Goldene Schnitt, die bei mir immer wieder Anwendung finden. Auch beim Charakterdesign ist ein umfangreiches kunstgeschichtliches Wissen von Vorteil. Kleidung, Körperschmuck, Frisuren, Farben und Muster, gute Gestaltungen haben ihren geschichtlichen und gesellschaftlichen Ursprung. Ich versuche immer den Zeitgeist der jeweiligen Geschichte in meine Arbeit einzubeziehen. Vor allem in der Fantasy und im Science Fiction erhält man so glaubwürdigere Konzepte.

Zac: Welche aktuellen Künstler findest Du interessant?

Col: Es gibt viele Kollegen, die ich sehr schätze und deren Arbeiten ich bewundere, wie den polnischen Illustrator Marek Okon oder den ConceptArtist Long Ouyang. Viele sehr gute Illustratoren arbeiten heute in der Film- und Spielebranche. Dort wird meiner Meinung nach auch das kreative Potenzial oft am umfangreichsten genutzt.

Zac: Wie gehst Du vor, wenn Du ein neues Cover gestalten willst?

Col: Mein erster Schritt ist immer das Kennenlernen der Geschichte. Ich versuche sie einzuordnen und den genauen Stil der Story zu identifizieren, indem ich sie mit anderen Geschichten aus verschiedenen Genres vergleiche. Außerdem suche ich nach den Themen und dem emotionalen Ton. All diese Punkte beeinflussen die spätere Covergestaltung.

Als Nächstes bespreche ich das Covermotiv mit dem Autor. Die Wahl des Motivs und die Komposition sind die wichtigsten Entscheidungen bei der Gestaltung eines Covers. Das richtige Zielpublikum muss angesprochen werden, das Motiv soll Interesse für die Geschichte wecken, einen kleinen Einblick gewähren und ein Gefühl für die Geschichte vermitteln ohne zu viel zu verraten. Bin ich mir mit dem Autor nach einer Entwurfsphase darüber einig, beginnt der handwerkliche Part.

Zac: Deine Arbeit besitzt einen beeindruckend hohen Grad an Realismus. Wie viel davon ist Handwerk? Wie hoch ist der Anteil an Gabe, die man besitzen muss und nicht erlernen kann?

Col: Talent zu haben ist eine gute Grundvoraussetzung, aber es ist kein „cheat“.

(Anm. d. Int.: Ein „cheat“ ist der zu Testzwecken eingebaute Programmcode eines Computerspiels, der das Spiel erleichtert, indem man z.B. bei Aktivierung unendlich viel Lebensenergie erhält.)

Die wesentlichen Faktoren sind sehr viel Übung, eine gute Beobachtungsgabe, eine Menge Fantasie und natürlich Ausdauer. Mein Talent ermöglicht es mir lediglich, etwas schneller zu lernen. Ohne eine kritische Sicht auf meine Arbeit, um mich stetig zu verbessern, und ohne ständiges Üben, würde ich auch mit Talent nicht weit kommen.

Ebenfalls wichtig ist ein gutes Vorstellungsvermögen, und auch das kann man trainieren. Ich habe mir angewöhnt, alles was ich sehe, als eine Art „geistiges Foto“ abzuspeichern. Es reichen ein paar Sekunden, in denen ich mir einen Gegenstand merke, um ihn anschließend zeichnen zu können. Dadurch habe ich eine umfangreiche Bilderbibliothek in meinem Kopf, auf die ich beim Zeichnen zugreifen kann. Es hilft, sich die Dinge realistisch und plastisch vorzustellen. So kann ich jeden erdachten Gegenstand drehen, und ihn von jeder Seite zeichnen.

Zac: Du gestaltest u.a. Hörspiele, Bücher und eBooks. Hast Du bestimmte Genres, die Du besonders magst? Nach welchen Kriterien wählst Du Aufträge aus?

Col: Ich bin natürlich ein Fan von Fantasy und Science Fiction. Aber ich beschränke mich nicht auf diese Genres. Ich bemühe mich um sehr unterschiedliche Aufträge und freue mich über jeden neuen Stil, den ich ausprobieren kann und schätze Herausforderungen. Ich würde es schade finden, nur noch Raumschiffe zeichnen zu müssen.

Zac: Was hat Dich überzeugt bei ÖDLAND mitzumachen?

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Col: Zum einen liebe ich Endzeit, außerdem fand ich sehr reizvoll, dass ÖDLAND in Deutschland spielt. Dann hat mich natürlich Mega, deine weibliche Heldin, neugierig gemacht. Es gibt nicht sehr viele Protagonistinnen, die sich mit Mut, Stärke und Klugheit behaupten, ohne in kitschige oder sexistische Klischees zu verfallen. Zudem gefiel mir gleich von Beginn an, dass Ödland einen gut auszumachenden eigenen Charakter besitzt, den ich unbedingt in den Illustrationen visuell greifbar machen wollte.

Zac: Ich weiß, dass Du Computerspiele magst. Arbeitest Du auch für die Gamesbranche?

Col: Bisher nur im Kleinen. Ich entwarf ein paar Designs für Spiel-Modifikationen und Community-Projekte. Aber es ist eine Branche, bei der ich mir gut vorstellen kann, eine Zeit in ihr hängen zu bleiben.

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Zac: Im zweiten Ödland-Cover habe ich nach längerer Betrachtung eine subtile Kreisstruktur entdeckt. Arbeitest Du in Deinen Kompositionen häufig mit geometrischen Elementen?

Col: Zwar tauchen auch schon mal zufällige Formen auf, aber ich befasse mich sehr genau mit der Komposition meiner Cover. Dabei kommen geometrische Formen zum Einsatz, mit denen ich das Bild aufteile und den Blick des Betrachters lenke.

Zac: Hast Du schon Ideen für die Cover von ÖDLAND III und ÖDLAND IV?

Col: Gleich bei den Vorbereitungen zum ersten Cover haben wir uns für einen deutlichen Seriencharakter entschieden. So wird auch bei den kommenden Ödlandbüchern, neben dem einheitlichen Schriftlayout, jeweils eine Person im Fokus stehen.

(Anm. d. Int.: Die zunächst geplante Strenge wurde mit dem Cover für ÖDLAND III bereits aufgelockert. Hagen steht zwar noch immer im Mittelpunkt des dritten Covers, doch mit Mega ist eine zweite Figur zu sehen, da im Dritten Buch das Verhältnis der Beiden entscheidend ist.)

Die Cover werden so zu Portraits, die jeweils einem Charakter gewidmet sind, und die dessen Persönlichkeit und Geschichten erzählen. Die Kompositionen werden sich ähneln, aber die Haltung der Figur und den Schauplatz passe ich dem jeweiligen Charakter und der Geschichte an. Jedem Teil werde ich auch eine eigene Farbigkeit verleihen. Um dabei nicht den Seriencharakter zu stören, werden sich die ÖDLAND-Cover aber weiterhin in einem reduzierten Farbspektrum bewegen und düster und kontrastreich bleiben.

Zac: Vielen Dank für das Interview.

Col: Sehr gern.

Fotoshooting für Cover ÖDLAND Erstes Buch Der Keller

Im Mai 2013 wurden in einer leerstehenden Berliner Brauerei die Vorlagen für das Cover des ersten Buches fotografiert. Da ich mir noch nicht sicher war, ob Mega, die Hauptfigur der Roman-Reihe, frontal oder in „C.D. Friedrich-Romantik-Manier“ „over shoulder“ zu sehen sein soll, entstanden eine Reihe unterschiedlicher Fotos.

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Lenaig Hemonet meldete sich auf meinen Aushang an der FU Berlin und stellte sich als „Dreadlock-Model“ zur Verfügung. Nach kurzer Gewöhnungsphase hielt sie die Kalaschnikow (eine echte mit zugeschweißtem Lauf aus einem Berliner Filmwaffenverleih) in der Hand, wie eine abgeklärte Revolutionärin.

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Die Fotos wurden von mir gemacht. Die Bearbeitung als Cover-Grafik, Poster, Wallpaper und Postkarte übernahm Colin M. Winkler von mommono.de.

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Da die Illustration für das ÖDLAND I Cover von Anfang an auch als Poster geplant war, habe ich, um Megas Waffe, die Kalaschnikow, auch im Detail und in hoher Auflösung authentisch aussehen lassen zu können, zusätzlich noch eine Reihe von Detailfotos des alten Sturmgewehrs russischer Bauart angefertigt, an denen sich der Illustrator Colin M. Winkler orientieren konnte.

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