ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt Status Dez. 2017

Arbeitet man konzentriert an einer Geschichte wie ÖDLAND, vergeht die Zeit wie im Flug. Überrascht war ich trotzdem, als ich vor Kurzem (vor zwei Wochen) in den Kalender sah und feststellen musste, dass das Jahr schon wieder rum ist. Nach kurzer Panik überwog die Zuversicht. Das Ziel, die Beendung der ersten Fassung von ÖDLAND IV, rückt jeden Tag näher. 😀

Setzt man die Kapitel des letzten Monats (8) in Relation zur Menge der geschriebenen Seiten (160), erkennt man, dass der bearbeitete Abschnitt kompliziert war. Immer wenn es Zusammenhänge zu klären gibt, neige ich zur Ausführlichkeit, habe ich den Wunsch jedes Detail so genau wie möglich zu beleuchten, um keine Querverbindung zu übersehen. Die Vorgehensweise hat den Vorteil, dass man hinterher gut streichen und den Kern der Geschichte wunderbar herausarbeiten kann, aber sie ist zweifellos zeitraubend.

Wo sind wir? Der Showdown ist beendet und die Erzählung ist nun in eine Phase eingetreten, die Aftermath genannt wird. Es wird wieder etwas ruhiger und Mega bekommt Zeit zum Nachdenken. Was natürlich nicht heißt, dass es nun ungefährlich wäre. Ödland bleibt Ödland. Und das Ödland ist kalt, dunkel und tödlich.

Wie viele ÖDLAND-Bücher wird es geben? createspace hat ein Seitenlimit abhängig vom Schriftschnitt. Der Coverdesigner Colin M. Winkler, der auch das Cover von ÖDLAND IV gestalten wird, hat ausgerechnet, dass wir bei gegebenem Schriftbild auf ein Maximum von 820 Seiten kommen. Aufgrund von technischen Vorgaben kann ein bei createspace veröffentlichtes Buch nicht länger werden. Da wir aber schon 1282 Seiten haben und ich ein Freund klarer Zuordnungen bin, (Inhalt E-Book = Inhalt Taschenbuch), kann ich also jetzt zuverlässig sagen, dass es einen fünften ÖDLAND-Roman geben wird: ÖDLAND Fünftes Buch Viktoriastadt Teil 2. 😀

Mit dieser frohen Botschaft wünschen LUCID DREAMS und Christoph Zachariae Dir entspannte Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017.

Schreibstatistik: Im Zeitraum Nov. / Dez. 2016 habe ich 160 Seiten geschrieben, sie in 8 Kapitel unterteilt und damit 84% der ersten Fassung von ÖDLAND IV erreicht. Durchschnittliche Kapitellänge: 13,35 Seiten. Geschätzte Länge 1. Fassung: 1535 Seiten.

Schreibstatistik ÖDLAND IV im Überblick:

Links zu den Büchern der ÖDLAND-Reihe:

Making-of ÖDLAND Buchtrailer

Im Mai 2013, ein Jahr nach dem Fotoshooting für das Cover des ersten Buches, trafen sich Mega-Darstellerin Lenaig Hemonet und Autor Christoph Zachariae erneut auf dem Gelände der verfallenen Berliner Brauerei, um in der passenden Endzeitstimmung die Aufnahmen für den ÖDLAND-Buchtrailer zu drehen:

Lenaig präpariert ihre Armbänder

Lenaig präpariert ihre Armbänder

Lenaig Hemonet aka Verwirrtes Kind

Lenaig Hemonet aka Verwirrtes Kind


Gedreht wurde an drei Tagen: Am ersten Tag entstanden in verfallenen Büros und dunklen Lagerhallen Detailaufnahmen von Lenaigs Händen. Am zweiten Tag drehten wir die Bilder mit der Sterntätowierung in der Nähe der Autobahn und im Moor. Am dritten Tag holte ich in der Brauerei Kamerafahren und Gänge nach, die ohne Lenaig gedreht werden konnten.

Die Detailaufnahmen der Hände wecken Neugier. Man möchte wissen, mit wem man es zu tun hat und wie die Person aussieht, die dort im Müll wühlt. Außerdem erzeugen die Ausschnitte ein Gefühl von Heimlichkeit und Vorsicht. Mega nähert sich den Dingen der „Alten Welt“, die sie in den meisten Fällen nur aus Erzählungen kennt, mit Respekt und einer Art primitiver Ehrfurcht.

Die Puppe

Plastikdübel für den INDU

Sechser im Endzeitlotto

Festmahl auf dem Benzinkocher


Gedreht wurde mit Canon 5D Mark II, einer stromsparenden Akku-LED-Fläche und 1/2 CTB. Der Filmstaub stammt von Feuerfest-sfx. Die Dosen wurden mit einer Stahlbürste aufgeraut und für die notwendige Rostpatina eine Woche in hochprozentige Essigsäure eingelegt. Puppe, Spielzeug und Kocher wurden im Requisitenfundus Adlershof ausgeliehen.

Die Aufnahmen an der Leitplanke und unter der Autobahnbrücke verstärken den Eindruck der Notwendigkeit sich im ÖDLAND zu verstecken und die Umgebung ausführlich zu beobachten, bevor man sich aus der Deckung wagt.

Mega späht über die Leitplanke

Erkundung eines Verstecks unter der Brücke

Gedreht wurde in Mecklenburg-Vorpommern an der A19 mit available light.

Erst mit der letzten Einstellung des Trailers wird das Geheimnis um Megas Aussehen und den Stern unter ihrem rechten Auge gelüftet.

Der Stern

Wird sie durchhalten?


Auch für die Postproduktion konnte ich alte Verbündete gewinnen:

Sprecherin Nana Spier habe ich während meiner Arbeit an der Thriller-Reihe DARKSIDE PARK kennengelernt. In der Episode ‚Der Gesang der Ratten‘ lieh sie der Hauptfigur Sarah Freeman ihre Stimme und erhielt für ihre Leistung den Preis als ‚Beste Sprecherin (Lesung)‘ auf dem Ohrkanus 2010. Nana erklärte sich sofort dazu bereit Megas Voice-Over zu übernehmen, was mich sehr gefreut hat.

Mit Max Würden war ein alter Weggefährte auch für die Musik verantwortlich. Max komponierte bereits den Score für meine Kurzfilme ‚Die Überlebende‚ und ‚Der Auftrag‚. 2008 konnten wir gemeinsam den 1. Preis des ‚Eins Live Hörspielwettbewerbs‘ mit LUCID DREAMS gewinnen.

Den Schnitt des Trailers übernahm Moritz Groß, der Cutter meines Vertrauens und meiner Imagefilme.

Und hier das Ergebnis: Der ÖDLAND-Buchtrailer.

Gesehen: Take Shelter

Take Shelter 

Buch & Regie: Jeff Nichols, Cast: Michael Shannon, Jessica Castain, Shea Whigham


Ein ruhiger Film, der in seiner Langsamkeit eine unwiderstehliche Sogwirkung entfaltet. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm ist in jeder Einstellung spürbar. Aufziehendes Unheil scheint sich genau wie das Regenwasser langsam zu rostbraunem Brei zu verdicken und die Bewegungen der Haupfigur zu behindern, bis die Schreckensvision des tödlichen Sturms sie vollkommen gefangen hält. Es geht nur noch nach unten, in den Sturmschutzbunker, der letzten Zuflucht in einer auf den Fugen geratenen Welt und selbst dort kann die gestrandete Familie nur mit Gasmasken überleben.

Curtis (Michael Shannon), dem schweigsamen Antihelden möchte man gern glauben, dass er seine stumme Tochter Hannah (Tova Steward) liebt und sich nach der Nähe seiner zerbrechlichen Frau (Jessica Castain) sehnt, doch er bewegt sich zögernd durch sein Haus, scheint es jedes Mal neu erkunden zu müssen, wie ein Fremdkörper, als wäre er gerade aus einem Alptraum erwacht und könnte nicht mehr in der Realität zurückfinden.

Und tatsächlich sind es Curtis Alptäume, die das Unheil gebähren, es real werden lassen und ihn seiner Familie entfremden. Angefangen mit seinem Hund, der ihn im Traum angreift, den er daraufhin aus dem Haus verbannt und schließlich sogar verschenkt, bis hin zu seiner Frau, die im Traum zu einem fremden Wesen wird, zu einer seltsamen Kreatur, die er nicht mehr versteht, vor der er fortan Angst hat.

Curtis versucht sich helfen zu lassen, doch den Spezialisten kann er sich nicht leisten und der  staatliche Notdienst wechselt ständig und interessiert sich nicht für seine Probleme. Die letzte Hoffnung zerplatzt, als Curtis seinen Job verliert und er sich mit seinem Freund und Arbeitskollegen Dewart (Shea Whigham) überwirft.

Keine Hoffnung, kein Entkommen. Aus Liebe folgt Ehefrau Samatha ihrem Mann in den Wahnsinn, klettert in den Sturmschutzbunker hinab, folgt beflissen seinen Anweisungen und setzt sich und ihrer stummen Tochter die Gasmasken auf.

Take Shelter ist gleichsam intellektueller Überbau und Kommentar zur Endzeit- und Dystopiewelle. Wurde ihr bereits vor Jahren das Ende prophezeit, erfreut sie sich noch immer wachsender Beliebtheit. Das hat vorallem damit zu tun, dass die uramerikanische Angst vor dem Wegfall der Zuversicht, vor dem Verschwinden des Pioniergeistes, eine sehr reale, vielschichtige Bedrohung spiegelt, die sich, wie ein unlöschbarer Schwelbrand schleichend zur Oberfläche durchfrisst.

Auf das, was jahrzehntelang gut war und Orientierung gab, Kredite aufnehmen, unbeschwert über die Verhältnisse leben, ist plötzlich kein Verlass mehr. Doch die Erkenntnis dringt nur langsam in die Köpfe ein. Die unangenehme Wahrheit, dass man sich möglichweise in Zukunft wird einschränken müssen, dass das Credo vom endlosen Wachstum eine Lüge sein könnte, ist so fundamental und so verstörend vorallem für Amerikaner, die sich zu 100% auf diese Wahrheit verlassen haben, dass es noch lange dauern wird, bis sie den Menschen keine Angst mehr machen wird.

Take Shelter ist ein hervorragender Film. Nicht jedermanns Sache, da es keine Action gibt und man sich auf den Film einlassen muss. Ich schrecke nur deshalb davor zurück ihn ein Meisterwerk zu nennen, weil ich hoffe, dass wir von Jeff Nichols noch viele gute Filme sehen werden.