ÖDLAND V + LBM 2019

Für mich als Autor endet heute die Arbeit an ÖDLAND V. Die ÖDLAND-Reihe ist damit abgeschlossen. Zählt man die Entwicklung der Storyline 2011 dazu, habe ich die letzten acht Jahre mit Mega, Hagen und Mark verbracht. Im ersten Jahr mit Pausen, danach vier Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche. Es ist ein seltsames Gefühl nach dieser langen Zeit zu sagen: Die Geschichte ist erzählt, ÖDLAND ist beendet. Aus einem Test, einem Abenteuer, in das ich mich aus Neugier stürzte, wurde das bisher umfangreichste Projekt meines Lebens.

Kinder wurden geboren und sind nun acht Jahre alt, Internet-Startups wurden groß und verschwanden wieder, Präsidenten wurden gewählt und verschwanden wieder, während ich schrieb und schrieb und schrieb. Ich habe gelesen, dass sämtliche Zellen im menschlichen Körper alle sieben Jahre vollständig ausgetauscht werden und der Alterungsprozess einsetzt, weil dieser Austausch irgendwann nicht mehr richtig funktioniert. Es gibt in meinem Körper also keine Zellen mehr, die sich noch an den Anfang, an die erste ÖDLAND-Idee erinnern. Auch sie kennen sie nur aus Erzählungen. Nebelumwoben war der Beginn, rau und mythisch.

Im Februar 2019 geht ÖDLAND V ins finale Korrektorat zu Claudia Heinen, unmittelbar danach (Anfang März) in die E-Book-Konvertierung zu Michael Lentz. Parallel arbeitet Colin M. Winkler am Cover des fünften Buches. Mitte März sollte der Veröffentlichung des E-Books zur Leipziger Buchmesse 2019 nichts mehr im Wege stehen. Das Taschenbuch folgt im Mai 2019.

Wenn ich schreibe, dass die Arbeit des Autoren beendet ist, stimmt das natürlich nicht so ganz. (Richtig loslassen, werde ich vermutlich nie.) Ich habe mir vorgenommen, nach der Veröffentlichung des fünften Buches noch einmal von vorn zu beginnen für eine überarbeitete Gesamtausgabe. Alle fünf Bände in einem E-Book inkl. ÖDLAND-Almanach mit sämtlichen Figuren, Fraktionen und Handlungsorten und im Anhang diversen „deleted scenes“, Kapiteln, die es nicht in die finalen Bücher geschafft haben.

LUCID DREAMS auf der Leipziger Buchmesse 2019:

Christoph Zachariae und ÖDLAND werden auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten sein. In Halle 5 im Rahmen der Autorengemeinschaftspräsentation: Stand D308.

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LUCID DREAMS auf der LBM 2019: Halle 5, D308

Betrachtet man den Plan der Halle 5, gibt es in der Mitte des unteren Randes einen hässlichen, schwarzen Fleck. Die Selfpublisher sind quasi die Favela der Leipziger Buchmesse. Wer keine Angst hat, mit den Schmuddelkindern zu spielen, der ist herzlich eingeladen LUCID DREAMS auf der Messe zu besuchen. Es gibt Bücher zu Messepreisen, Poster und Postkarten.

Wer Lust hat, kann sich schon den Termin der ÖDLAND-Lesung vormerken. Ich lese ein Kapitel aus dem ersten Band und stelle den fünften Band vor. Die ÖDLAND-Lesung auf der LBM 2019 findet am Sonntag, den 24.03.2019 von 13:00 – 13:30 Uhr statt, auf der Bühne der Autorengemeinschaftspräsentation. Ich freue mich, Dich dort zu sehen.

Colin M. Winkler hat mir den überarbeiteten Entwurf des Covers zugeschickt, den ich Dir nicht vorenthalten will. Es handelt sich um ein sehr frühes Stadium, aber vielleicht erkennt man schon, welcher Ort der ÖDLAND-Erzählung dargestellt werden soll.

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Überarbeiteter Entwurf ÖDLAND V Cover

 

 

Testlesung, Lektorat & Coverfotos ÖDLAND V

Es ist viel passiert. Der letzte und abschließende Band der ÖDLAND-Reihe wächst und gedeiht. Ende November habe ich Testleserinnen und Testleser zu Kaffee und Kuchen eingeladen und Feedback zu ÖDLAND V erhalten. Am selben Wochenende habe ich mich mit der Lektorin Karin Ostertag getroffen. Außerdem haben Colin M. Winkler, der Coverdesigner und ich uns entschieden, welches Foto des Shootings das Vorbild für das ÖDLAND V-Cover werden soll. Dazu unten mehr.

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ÖDLAND V Cover gestaltet von Testleser Torsten

Es ist immer wieder interessant zu erfahren, wie unterschiedlich Menschen Bücher lesen und Geschichten wahrnehmen. Normalerweise bekommt man das als Autor nicht so intensiv und hautnah mit. Eigentlich nur in dieser speziellen Phase des Testlesens. Da ist z. B. die Testleserin mit dem medizinischen Hintergrund, die bestimmte Behandlungsmethoden der Endzeitwundärzte süffig ergänzt und da ist der Testleser mit dem Waffenfetisch, der Handgriffe und Details nennen kann, die außer ihm vermutlich niemand kennt. Fachwissen gibt jedem Leser einen vordefinierten Blickwinkel, der die Geschichte anders wirken lässt. Aber auch darüber hinaus war es faszinierend zu beobachten, dass bestimmte Verhaltensweisen von Figuren für den einen Leser selbstverständlich und für den anderen verstörend sein können.

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ÖDLAND V Cover gestaltet von Testleserin Tara

Insgesamt gibt es noch viel zu tun an ÖDLAND V. Zum Glück haben sich keine Baugruben aufgetan, die den Zeitplan der Veröffentlichung im März 2019 gefährden könnten. Ich habe die Hinweise der TestleserInnen und der Lektorin inzwischen zusammengefasst und sortiert und mit der fünften und letzten Überarbeitung des Textes begonnen.

Dass sich unter den TestleserInnen echte ÖDLAND-Fans befinden, konnte ich an den gestalteten Covern der mitgebrachten Manuskripte erkennen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen TestleserInnen für ihre offenen Augen, ihr umfangreiches Feedback und die guten Anregungen bedanken. Danke.

Wie oben bereits erwähnt, haben Colin M. Winkler, der Coverdesigner der ÖDLAND-Reihe und ich uns inzwischen entschieden, welches Foto des Shootings wir als Vorbild für das ÖDLAND V-Cover nehmen werden.

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Vorlage für ÖDLAND V Cover – offene Haare

Wir hatten das Motiv im Vorfeld bereits eingegrenzt: Mega sollte frontal und nah mit Blick in die Optik zu sehen sein. Dreadlock-Model Lenaig Hemonet (siehe: Shooting für das Cover des ersten Buches) und ich haben trotzdem versucht verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren. U. a. haben wir mit offenen Haaren und einer dynamischen Drehung experimentiert, aber festgestellt, dass sich das Aussehen einer Person stark verändert, sobald sie mit offenen Haaren vor der Kamera steht. Wichtig ist jedoch, dass wir die Mega des ersten Buches auf dem Cover des fünften Buches wiedererkennen. Relativ schnell war deshalb klar, dass Lenaigs Haare geschlossen sein müssen.

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Vorlage für ÖDLAND V Cover – Angriff

Eine zu „aggressive“ Körperhaltung haben wir ebenfalls verworfen, da Mega den Betrachter / die Betrachterin direkt adressiert und Leser und Leserinnen sich nicht bedroht fühlen sollen, denn sie sind nicht Megas Feinde. Außerdem wäre die Geste in Verbindung mit Megas „Kriegsbemalung“ eine Doppelung. Am Blut in ihrem Gesicht können wir erkennen, dass sie sich auf einen Kampf vorbereitet. Eine „aggressive“ Körperhaltung ist deshalb nicht notwendig.

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Vorlage für ÖDLAND V Cover – Entscheidung

Wir haben uns schließlich für eine „offene“ Körperhaltung entschieden. Mega wirkt nur leicht angespannt. Es ist sichtbar, dass sie ahnt, dass demnächst eine Entscheidung ansteht, aber im Moment des Bildes ist noch alles offen. Welchen Weg wird sie gehen? Wird sie sich für das Licht, oder für die Dunkelheit entscheiden? Für die dunkle, oder für die helle Emanation der Göttin? Wie sie sich tatsächlich entscheidet, erfährst Du im März 2019 im fünften und letzten Band der ÖDLAND-Reihe.

Making-of ÖDLAND V Cover-Shooting

In einem Hinterhof zwischen Ostkreuz und Rummelsburger Bucht, der als Lkw-Vermietung, Fahrradwerkstatt, Club und Abstellplatz für Tiny Houses genutzt wird, entstanden in dieser Woche die Fotovorlagen für das ÖDLAND V Cover.

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Dreadlock-Model Lenaig Hemonet als Mega Sorsha Devi

Wer LUCID DREAMS und die Arbeit an der ÖDLAND-Reihe verfolgt, der weiß, dass die Fotos keine Endprodukte darstellen, sondern den Auftakt zu einer detailgetreuen, grafischen Nachbildung der Figur, einer langsamen Annäherung an das finale Motiv. Der Coverdesiger Colin M. Winkler wird Elemente einzelner Fotos kombinieren und einen neuen Hintergrund einfügen.

Wie im letzten Beitrag angedeutet, möchten wir Mega auf dem Cover des fünften Buches allein und von vorn zeigen, die Augen direkt auf den Betrachter gerichtet.

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Mega mit offenen Dreadlocks

Leser und Leserinnen sollen unmittelbar mit Megas innerem Konflikt konfrontiert werden. Die Zerrissenheit der Hauptfigur spiegelt sich in ihrer „Kriegsbemalung“ aus Blut und Asche. Sie wird nicht so extrem ausfallen, wie im ersten Test, denn Gesicht und Stern sind wichtiger als die Kriegsbemalung. Ich poste in einem der nächsten Beiträge eine Auswahl an Fotos.

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Mega auf dem Schwimmpanzer

Wie es der Zufall wollte, stand auf dem Hinterhof ein interessantes Amphibienfahrzeug. Der verrottete Schwimmpanzer soll angeblich noch  fahrtüchtig sein, jede Menge Diesel verbrauchen und sogar mit Rapsöl fahren (!). Das Ungetüm hat mich an das Gefährt aus dem Kapitel Funkstille (ÖDLAND Erstes Buches DER KELLER) erinnert: Der brennende, schwarze Koloss, der Mega auf der Autobahn überholt. Ich nutzte die Gelegenheit und ließ Mega die Sonne auf dem Dach genießen.

18-11-29 Mega auf Schwimmpanzer Beine baumeln Nah

Die Große Schwester genießt die Sonne

Sonnig und warm sieht es allerdings nur auf den Fotos aus. In Wahrheit bewegten sich die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und wir mussten uns zwischendurch immer wieder mit heißem Tee und einem Kachelofen aufwärmen.

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Die Außentemperatur lag bei zwei Grad über Null

Die ÖDLAND V-TestleserInnen haben die letzten Seiten des letzten ÖDLAND-Bandes erreicht und dieses Wochenende finden bei Kaffee und Kuchen die Gespräche statt. Ich bin schon sehr gespannt auf das Feedback und besonders auf die Anmerkungen der Lektorin, die ich am ersten Advent treffen werde. Drückt uns die Daumen, dass die „Baustellen“ nicht zu groß ausfallen und ich den Text in der geplanten Zeit, bis Ende Januar 2019, überarbeiten kann.

ÖDLAND V Testleser gefunden

Die erste Skizze für das ÖDLAND V Cover ist fertig. Im Vorfeld habe ich Testfotos gemacht, dazu unten mehr.

Aus zahlreichen Bewerbungen konnte ich vier TestleserInnen auswählen, die im November 2018 ÖDLAND V lesen werden. Parallel geht der letzte ÖDLAND-Band ins Lektorat. Mit dem gesammelten Feedback schreibe ich die letzte Fassung, die – so der Plan – Ende Januar fertig werden soll.

ÖDLAND V TestleserInnen sind: Tara aus Spandau, Clara aus Köpenick, Reno aus Düsseldorf und Torsten aus Berlin.

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Skizze von Clarissa Braun

Das Lektorat übernimmt, wie in den ersten vier Bänden, die ÖDLAND-Veteranin: Karin Ostertag, was mich sehr freut. Niemand kennt das ÖDLAND besser als sie.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen bedanken, die Lust hatten, Testleser zu werden und sich bei mir gemeldet haben. Vielen Dank.

Clarissa Braun von gedankenkost.de war so mutig sich mir für erste Testfotos als Model zur Verfügung zu stellen. Es ging mir um die Frage, aus welchen Perspektiven man den Knochenkopf des „Blut und Asche“-Rituals der Söldner am besten erkennen kann. Außerdem habe ich mich gefragt, ob Mega auf dem Cover überhaupt zu erkennen sein wird, wenn die Gesichtszüge derartig „entstellt“ sind.

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Clarissa in der Maske

Mit den Testfotos habe ich auf diese Fragen noch keine endgültigen Antworten bekommen. Colin M. Winkler, der Coverdesigner der ÖDLAND-Reihe, hat mir versichert, dass man über Farbe und Helligkeit steuern kann, wie gut das Gesicht unter der Maske zu erkennen sein wird. Colins erste Skizze findest Du oben als Titelbild.

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Halbnah mit Grabendolch

Colin und ich haben eine weitere Änderung gegenüber der restlichen Reihe beschlossen. Während in den ersten vier Teilen die Landschaft hinter den Figuren eine wichtige Rolle spielte, werden wir uns auf dem ÖDLAND V Cover auf die Figur konzentrieren. Mega und ihr innerer Konflikt sollen im Mittelpunkt des Bildes stehen.

Was denkst Du? Entstellt die Maske Mega zu sehr? Soll sie auf dem Cover besser zu erkennen sein?

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Clarissa Braun mit Blut-und-Asche-Maske

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Mega ÖDLAND V Cover erste Skizze von Colin M. Winkler

Interviewt von Colin M. Winkler

2013 wurde Christoph Zachariae von Colin M. Winkler, dem Coverdesigner der ÖDLAND-Reihe, interviewt. Das historische Dokument drohte mit der Einstellung des mommono-Blogs im Zuge der DSGVO aus dem Internet zu verschwinden. Wir haben es für Dich gerettet:

Colin M. Winkler: Du bist Filmemacher und Schriftsteller. Wie kam’s zu Deiner Berufswahl?

ÖDLAND I Anarchie mit Titel

ÖDLAND I Anarchie mit Titel

Christoph Zachariae: Das sind natürlich keine echten „Berufe“, für die man eine Ausbildung beginnen kann und dann ist man in den Bestsellerlisten, oder dreht in Hollywood. Es gibt zwar in Deutschland diverse Ausbildungsstätten, die genau das behaupten, doch ob du an der Filmakademie studiert hast, oder nicht, am Ende stehst du vor der gleichen Situation: Wer Filmemacher oder Schriftsteller sein will, muss sich zuerst einen „Namen“ machen. Das ist hartes Brot und es kann klappen oder eben auch nicht. Beides ist also eher ein Fluch, als ein Beruf. Das muss man wissen, bevor man sich dafür entscheidet. Ich würde also nicht sagen, dass ich diese Berufe gewählt habe. Ich versuche Filme zu machen und ich versuche Bücher zu schreiben. Mehr kann ich für mich im Moment noch nicht in Anspruch nehmen.

Colin M. Winkler: Wenn man die eigentliche Produktion eines Films außer Acht lässt, was unterscheidet für Dich die Arbeit an einem Roman und das Schreiben für ein Filmprojekt?

Christoph Zachariae: Das Schöne am Roman ist, dass weniger Leute involviert sind. Die Geschichten können direkter erzählt werden und dadurch echter und ehrlicher sein. Für einen Film muss Authentizität aufwendig hergestellt werden, weil sie im deutschen Fernsehen immer massenkompatibel sein muss. Die „Authentizität“ deutscher Redakteure ist hochgradig artifiziell. Es gibt beim Roman außerdem keine riesigen Geldsummen, die auf dem Spiel stehen. Wenn man ein Drehbuch für einen Film schreibt, reden immer sofort auch Produktionsleiter, Controller und die Markforschung mit. All diese Leute haben ihre eigene Agenda und ihre eigene Vision, die sich in den seltensten Fällen mit der der Kreativen deckt.

Colin M. Winkler: Wie gehst Du an ein neue Projekt heran?

Oedland IV Postkarte KLEIN

ÖDLAND IV Nah mit Titel

Christoph Zachariae: Eine neue Idee schreibe ich sofort auf, am besten gleich in längerer Form, als Exposé. Dann lasse ich sie liegen und sehe, ob sie sich durchsetzt. Wenn sie mir irgendwann wieder einfällt und ich sie immer noch gut finde, war es eine gute Idee. Ich überlege mir inzwischen sehr genau, ob ich Zeit in die Entwicklung stecken möchte, denn es dauert lang bis ein Stoff reif ist. Unter Umständen können Jahre vergehen. Und wenn man sich schließlich entscheidet, muss man das Projekt mit voller Energie vorantreiben. Diese Energie muss viele Jahre halten und darf nicht versiegen. Es geht nur ganz oder gar nicht. Wenn man nicht 100%ig überzeugt ist, sollte man ein Projekt nicht angehen.

Colin M. Winkler: Wie entstand die Idee zu ÖDLAND? Ging alles Schlag auf Schlag oder spukte Dir die Idee schon über längere Zeit durch den Kopf, bevor Du das Projekt in Angriff nahmst?

Christoph Zachariae: Die Idee, eine junge Frau durchquert im Liegefahrrad eine verwüstete, feindliche Umgebung, ist uralt. Eine meiner ältesten Ideen. 1999 habe ich an der Filmakademie einen Kurzfilm gedreht, Die Überlebende. Schon damals wollte ich unbedingt eine Endzeit-Geschichte erzählen. Das Liegefahrrad war nicht möglich, deshalb fährt die Hauptfigur noch im Geländewagen durch die Wüste. Auch die Geschichte ist anders, doch Die Überlebende ist eine direkte Vorfahrin von ÖDLAND. Man kann also nicht sagen, dass es Schlag auf Schlag ging. Es dauerte viele Jahre. Ideen entwickeln und verändern sich. Im Fall von ÖDLAND hat sich das Warten gelohnt. Ich weiß, dass ich diese Geschichte 1999 noch nicht hätte erzählen können. Erst jetzt hat sie die Reife erreicht, die sie braucht.

Colin M. Winkler: Die dystopische Welt in ÖDLAND wirkt sehr authentisch. Recherchierst Du viel für Deine Arbeiten?

ÖDLAND III Hagen und Mega

ÖDLAND III Hagen und Mega

Christoph Zachariae: Für ÖDLAND habe ich zwei Jahre lang alles über die Zeit des 30-jährigen Krieges gesammelt. Ich war in Ausstellungen und hab mir die historischen Orte angesehen. Es gibt nur wenige Berichte von Söldnern aus dem 30-jährigen Krieg, wie den von Peter Hagendorf. Man muss zwischen den Zeilen lesen, dann ist er aufschlussreich. Peter Hagendorf war Namensgeber für die Figur Hagen. Mich faszinierte die „verbrannte Erde“, (der Begriff hat seinen Ursprung im 30-jährigen Krieg) mit der die Truppen sich am Ende selbst am meisten schadeten, die unbeschreibliche Verrohung der Söldner, die Seuchen und die Hungersnöte, die ganze Landstriche entvölkerten und Menschen in den Kannibalismus trieben, die unterirdischen Verstecke, in denen Bauern zu überleben versuchten. Der 30-jährige Krieg war so etwas wie eine europäische Endzeit. Recherche ist aber immer nur ein Teil der Arbeit. Manchmal liest man Passagen in Romanen in denen Fakten aneinandergereiht werden. Das ist möglicherweise korrekt, liest sich aber belehrend und langweilig. Wichtiger als historische Korrektheit ist die „gefühlte Wahrheit“. Das Beschriebene muss sich echt anfühlen und im Rahmen der Geschichte möglich sein. Als Autor definiert man die Grenzen der fiktionalen Realität und muss sich innerhalb dieser Grenzen bewegen. An historischen Romanen und Filmen wird gern kritisiert: „So haben die damals doch gar nicht gesprochen.“ Wenn man Figuren in einem Film, der z.B. im Mittelalter angesiedelt ist, authentisch reden lassen würde, würden wir kein Wort verstehen. Das heißt, wir haben es immer mit einer Form von Anpassungen und Übersetzung zu tun. Recherche ist wichtig, aber man sollte sie als Inspirationsquelle verstehen, nicht als Gesetzbuch.

Colin M. Winkler: Was würdest Du sagen: Bist Du jemand der einfach drauflos schreibt oder planst und plottest Du im großen Umfang?

Christoph Zachariae: Ich plane und plotte so viel und so genau wie möglich. Aber man weicht hinterher oft genug von der Planung ab, macht Exkursionen ins ÖDLAND und überrascht sich selbst. Man kann sich nie zu 100% an seine Planung halten, weil man immer irgendein Detail übersieht, die Charaktereigenschaft einer Figur unterschätzt, merkt, dass eine Szene doch nicht so stark ist, wie man sich das vorher gedacht oder gewünscht hat, usw. Dann muss man Anpassungen vornehmen. Ich versuche jedoch immer zu meiner Storyline zurückzukehren, denn im luftleeren Raum kann ich nicht leben. Nur Genies wie Stephen King können einfach drauflos schreiben und kommen trotzdem zu einem befriedigenden Ende.

Colin M. Winkler: ÖDLAND wird voraussichtlich fünf Bände umfassen und Teil 2 steht kurz vor seiner Veröffentlichung. War es eine besondere Herausforderung ein so großes Projekt zu planen?

Christoph Zachariae: Man muss gewillt sein, sich über Jahre hinweg intensiv mit der Welt zu beschäftigen, in der die Geschichte spielt. Mega, Hagen und Stellgar sind das Erste, was mir morgens einfällt und das, worüber ich vor dem Einschlafen nachdenke. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Und ÖDLAND ist kein Ponyhof. Es ist trist, einsam und sehr traurig. Das muss man aushalten. Wenn man eine Reihe veröffentlicht, hat man seinen Lesern gegenüber eine Verantwortung. Man kann nicht einfach sagen: „Wir machen Schluss nach dem zweiten Buch. Ich hab’ keine Lust mehr.“ Dann hätte man nicht anfangen dürfen. Man muss als Autor ein Versprechen erfüllen. Es hat mich tatsächlich einiges an Überwindung gekostet mich auf dieses Experiment einzulassen, denn ich weiß, dass ich noch mindestens zwei Jahre mit ÖDLAND beschäftigt sein werde. Aber es gibt schlimmere Dinge, als vor dem Einschlafen an Mega zu denken.

Colin M. Winkler: Wie ist es für Dich als Autor, Deine Charaktere und Deine Geschichte mir als Illustrator in die Hände zu geben?

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ÖDLAND Mega Closeup

Christoph Zachariae: Heikel. *lacht* Nein, im Ernst, eine sensible Angelegenheit. Man hat seine Vorstellung und wenn die Arbeit des Illustrators nicht der Vorstellung entspricht, kann das natürlich zu Missverständnissen führen. Aber wenn man früh genug mit der Planung beginnt, so wie wir das gemacht haben und sich Illustrator und Autor mit Skizzen, Beschreibungen und Fotos gemeinsam der Figur nähern, dann wird sie zu einem Gemeinschaftswerk. Mit dem Cover des ersten Buchs hat das hervorragend geklappt und deshalb bin mit dem Ergebnis auch 100%ig zufrieden. Es ist am Ende ein Frage des Vertrauens. Im Laufe der Arbeit am ersten Cover habe ich gelernt, dass ich Dir vertrauen kann und für das Cover des zweiten Buches habe ich mich dann auch stärker auf Dich verlassen und wurde nicht enttäuscht. Man muss als Autor lernen loszulassen.

Colin M. Winkler: Was ist Deiner Meinung nach das Besondere an Ödland?

Christoph Zachariae: Ich denke das Besondere an ÖDLAND ist der schmerzhafte Realismus, der die Figuren immer wieder vor Entscheidungen stellt, in denen sie ihre Überzeugungen und Wertvorstellungen über den Haufen werfen müssen, um am Leben zu bleiben. Darin geht ÖDLAND weiter, als andere Endzeit-Romane. Außerdem haben wir unterschiedliche Perspektiven. Das war mir wichtig. Wir folgen nicht nur der Heldin, sind auf ihrer Seite, fiebern mit ihr mit, wollen, dass ihr Aktionen gelingen, dass sie heil davon kommt und nicht aufgibt. In ÖDLAND sehen wir auch die Schwierigkeiten, die der Antagonist Hagen hat und zwar nicht neutral, von außen, sondern durch seine Augen. Diese Perspektive ist gewagt, aber ich wollte sie unbedingt haben, denn erst durch sie wird der Blick auf das ÖDLAND vollständig. Wir teilen seine Probleme, sehen wie er ebenfalls zu überleben versucht. Dadurch fällt es uns als Leser nicht mehr so einfach ihn zu verabscheuen, ihn als Bestie abzustempeln. Was er tut ist widerwärtig und trotzdem können wir es – bis zu einem gewissen Grad – nachvollziehen. In ÖDLAND bekommt das Böse ein Gesicht, wird erschreckend menschlich und wir lernen, dass es im ÖDLAND so etwas wie Gut und Böse eigentlich nicht gibt. Es gibt nur Überlebende.

Colin M. Winkler: Hat Dir an der Arbeit zu ÖDLAND etwas besonders viel Spaß bereitet?

Christoph Zachariae: Ein schöner Moment war natürlich, als die ersten Menschen positive Kritiken bei amazon hinterließen. Man fühlt, da ist jemand, der deine Liebe teilt, der die gleichen Dinge mag, die du auch magst. Das ist seltsam und wunderbar.

ÖDLAND V: Der Weg der Schmerzen

Die zweite Überarbeitung (3. Fassung) des fünften ÖDLAND-Bandes wurde beendet. Von anfänglichen 780 Seiten (der ersten Fassung) sind nach zwei Überarbeitungen 680 Seiten übrig geblieben. Der abschließende Band der ÖDLAND-Reihe fühlt sich schon erfreulich rund an und schließt alle Handlungsstänge und Charakterentwicklungen befriedigend ab.

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Autor Christoph Zachariae und ÖDLAND auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz. (Foto: Clarissa Braun, Sept. 2018)

Es liegt in der Natur der Sache, dass der letzte Band einer Reihe kniffliger ist. Zahlreiche Faktoren müssen bedacht und sämtliche Anschlüsse berücksichtigt werden. Die Arbeit an ÖDLAND V nimmt deshalb mehr Zeit in Anspruch, als die an ÖDLAND IV. Entsprechend sind wir noch nicht so weit, wie wir es letztes Jahr um diese Zeit mit ÖDLAND IV bereits waren.

Weitere Überarbeitungen sind notwendig. Testlesungen und Lektorat machen in jedem Fall eine neue Fassung erforderlich und grundsätzlich ist es besser, den Stoff bei der Gelegenheit gleichmäßig und vollständig durchzugehen und sich nicht auf Flickwerk einzulassen. Ich habe mich deshalb dafür entschieden eine Fassung vor und eine nach den Testlesungen und dem Lektorat anzufertigen.

Der weitere Zeitplan für ÖDLAND V sieht damit folgendermaßen aus:

  • Oktober 2018: 4. Fassung
  • November 2018: Testlesungen + Lektorat
  • Dezember 2018 – Januar 2019: 5. Fassung
  • Februar 2019: Korrektorat
  • März 2019: Konvertierung E-Book
  • April – Mai 2019: Printausgabe

Sicher ist damit schon jetzt, dass ÖDLAND V nicht im Dezember 2018 erscheinen wird, sondern zur Leipziger Buchmesse im März 2019.

Wie für ÖDLAND III bereits erfolgreich mit Stephie Schnuppe erprobt, suche ich für ÖDLAND V wieder eine Testleserin oder einen Testleser. Voraussetzungen:

  • Du hast alle 4 Bände der ÖDLAND-Reihe gelesen und kannst Dich an sie erinnern.
  • Du magst das Endzeit-Genre und findest ÖDLAND nicht total doof.
  • Du hast im November 2018 Zeit und Lust einen 680-Seiten-Roman zu lesen, Dir Notizen zu machen und Dich (bei Kaffee und Kuchen) meinen Fragen zu stellen.
  • Du hast ein dickes Fell und kein Problem damit Texte lesen, die weder lektoriert noch korrigiert wurden. (Das ist wichtig, denn die Lektüre eines work-in-progress-Textes ist kein reines Vergnügen.)

Falls alle Voraussetzungen auf Dich zutreffen, kannst Du Dich gern per E-Mail, oder per Facebook-Nachricht bis zum 10.10.2018 bei mir melden.

ÖLDAND auf dem Boxhagener Platz

Ein spannendes Experiment habe ich mir für Sonntag, den 09.09.2018 vorgenommen. Von morgens 10:00 Uhr bis abends 17:00 Uhr präsentieren der Verlag LUCID DREAMS und ÖDLAND-Autor Christoph Zachariae auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz in Berlin Friedrichshain die ÖDLAND-Reihe. 18-01-02 A2 ÖDLAND Trainposter KLEIN BEs gibt Postkarten, Poster und natürlich signierte Bände der ÖDLAND-Reihe, zu unschlagbar günstigen Flohmarktpreisen. Wer gerade in Berlin ist und gern über Flohmärkte schlendert, sollte am Sonntag einen Abstecher nach Friedrichshain machen und uns auf dem Boxhagener Platz besuchen.

18-02-27 Postkarten LBM18LUCID DREAMS konnte dem sozialen Druck nicht länger widerstehen und ist jetzt auch auf Instagram: @LUCID_DREAMS_OEDLAND Hier werden wir Fotos vom Flohmarktstand posten und sie auch auf Facebook teilen.

In der zweiten Überarbeitung von ÖDLAND V habe ich Seite 504 (von insgesamt 705 Seiten) erreicht. Die Chancen stehen gut, dass ich die dritte Fassung im September beenden kann. Der letzte Teil der Reihe ist sensibel und ich möchte an der Qualität keine Abstriche zugunsten eines frühen Erscheinungstermins machen. Lieber hänge ich zwei Monate dran, damit es nicht zu Unstimmigkeiten kommt, die weder Dir noch mir gefallen würden. ÖDLAND V soll der krönende und würdige Abschluss der Reihe werden.

Vielleicht sieht man sich am Sonntag, den 09.09.2018 auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz. Wir freuen uns auf Deinen Besuch.